Das Projekt Billstedt United

„Billstedt United – United Cultural Empowerment“ ist ein Projekt im Hamburger Stadtteil Billstedt, das die Kultur und die Lebensfreude des Quartiers sichtbar macht und Menschen aller Nationen miteinander vernetzt und zu gemeinsamen kulturellen Aktivitäten anspornt.

Billstedt besitzt Vielfalt

Das Stadteinzugsgebiet Billstedt hat mehr als 100.000 Einwohner*innen, 58 Prozent haben einen Migrationshintergrund (41.000), bei Jugendlichen liegt der Anteil sogar bei etwa 80 Prozent. Der Jugendquotient, also die Anzahl der unter 20-jährigen je 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren, liegt bei knapp 36 Prozent. Ein junger Stadtteil also und ein sehr vielfältiger. Im Rahmen des Projekts Billstedt United nach Billstedt befragt, lobten Anwohner*innen gerade die kulturelle Vielfalt, aber auch das viele Grün im Hamburger Osten.

Kulturelle Vielfalt als Nährboden für Kreativität

Die multikulturelle Gesellschaft Billstedts ist gleichzeitig Herausforderung und Stärke. Wo viele Kulturkreise aufeinander treffen, kommt es zu spannenden Begegnungen – ein Nährboden für Kreativität. Mit der Projektarbeit möchte die Stiftung Kultur Palast die Herausforderung annehmen und die Stärke einer internationalen Stadtgesellschaft für alle erfahrbar und erlebbar machen. Das Projekt Billstedt United will die vielfältigen Kulturkreise in und um Billstedt, deren Kunstformen und künstlerische Gruppen sichtbar machen. Eine Maßnahme, die sich wiederum positiv auf das Bild des Stadtteils in der Bevölkerung auswirken wird.

Sedcards und Videos präsentieren Communities

In Kooperation mit dem Kultur Palast Hamburg werden dafür die kulturellen Gruppen, die im Stadtteil aktiv sind, auf einer gemeinsamen Internetseite vorgestellt. Jede Community wird ausführlich in einer Sedcard und einem Video präsentiert mit Informationen zu den kulturellen Hintergründen, Interessen, Hobbies bis hin zu traditionellen Gerichten oder Musikstilen. Gleichzeitig möchte Billstedt United den persönlichen Bezug der Menschen zu ihrem Stadtteil abbilden sowie Wünsche und Ideen zur Verbesserung des Umfelds aufzeigen. Im Laufe von vier Jahren sollen so insgesamt 48 Sedcards der unterschiedlichsten kulturellen Gruppen aus Billstedt entstehen.
Aus dem gesammelten Material werden Kalender, Fotos und Ausstellungsformate (Indoor/ Outdoor) erstellt, die in der ganzen Region verbreitet werden. Die Communities sollen sich gegenseitig kennenlernen, ihre kulturellen Verbindungen ausloten und gemeinsame Veranstaltungsformate kreieren.

Online-Veranstaltungskalender für die Region

Während des Projektverlaufs entsteht ein öffentlich zugänglicher Online-Veranstaltungskalender für die Region, der von den kulturellen Guppen für die Verbreitung ihrer Veranstaltungshinweise genutzt werden kann. Um die Kommunikation zwischen den Menschen im Stadtteil zu unterstützen, sind die Gründung eines regelmäßig tagendenden Komitees sowie eines „Kulturfonds für Billstedt“ vorgesehen, der im Verlauf der nächsten Jahre den „Billstedt Diversity Award“ an besonders herausragende Projekte vergeben wird.

Positive kulturelle Entwicklungen fördern

Das Ziel von „Billstedt United – United Cultural Empowerment“ ist es, positive gesellschaftliche Entwicklungen im Stadtteil zu fördern und die unterschiedlichen Kulturen miteinander zu vereinen. Mit der Herstellung der Sedcards und deren Verbreitung im Stadtteil macht das Projekt auf die kulturellen Schätze Billstedts aufmerksam. Bewohner*innen, die zuvor nur wenige Berührungspunkte mit Kunst und Kultur hatten, sollen damit zur aktiven Mitgestaltung ihres Lebensumfeldes angeregt werden.

Utopolis – Soziokultur im Quartier

Billstedt United – United Cultural Empowerment ist eines von 16 ausgewählten Projekten des Bundesprogramms „Utopolis – Soziokultur im Quartier“.  Es wird als ressortübergreifende Strategie im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur für Medien (BKM) sowie dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) ermöglicht. In vierjährigen Entwicklungsprozessen erproben bundesweit soziokulturelle Zentren unter der Fragestellung, wie Kunst und Kultur für das Zusammenleben der Gesellschaft in den Stadtteilen genutzt werden kann, neue kreative Beteiligungsformate. Begleitet wird das Programm von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V., welche dem Projekt fachlich und administrativ zur Seite steht.