Sambawelle

Grundlegendes • Stil • Ursprung

Die „Sambawelle“ besteht aus Anfänger*innen, Fortgeschrittenen und langjährigen Spieler*innen zwischen 30 und 60 Jahren, die der Spaß an brasilianischer Musik vereint. Jede*r kann zu dieser Bateria (Samba-Ensemble) dazustoßen: Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, nur die Freude am Samba sollte unbedingt vorhanden sein.

Grundlegendes

Die rund 20 Mitglieder der seit 2004 bestehenden Sambawelle eint vor allem eines: Sie sind voller Lebensfreude! So beschreibt Susanne Witt, seit 9 Jahren 1. Vorsitzende, ihre Bateria. Gemeinsam mit Rémy De Souza, dem aus Brasilien stammenden musikalischen Leiter der Gruppe, proben sie seit 2015 im Kultur Palast und trommeln sich mit ihren regelmäßigen Auftritten in die Herzen der Zuschauer*innen. Schon von weitem erkennt man die Sambawelle dabei an der leuchtend orangefarbenen, einheitlichen Kleidung ihrer Musiker*innen und dem kunstvollen, in Handarbeit entstandenen Kostüm ihrer Tänzerin Amanda. Ob bei kulturellen Veranstaltungen, Stadtfesten, Geburtstagen oder Firmenfeiern: Die Sambawelle spielt, wo auch immer nach den brasilianischen Rhythmen verlangt wird.

Stil

Die Sambawelle spielt den sogenannten Batucada, einen Samba-Stil aus Rio de Janeiro, der für sein schnelles, gut tanzbares Tempo bekannt ist. Batucada wird in einer Bateria von ca. 10-20 Musiker*innen gespielt, er enthält keinen Gesang. Auch mit der verhältnismäßig kleinen Besetzung entfaltet sich im Batucada jener Sound, für den der Karneval in Rio mit seinen großen Samba-Formationen weltberühmt ist. Die Sambawelle baut dabei auch moderne Elemente wie etwa aus dem Funk ein, um den Stil dem europäischen Geschmack anzupassen.

Eines der wichtigsten Instrumente des Sambas aus Rio ist die Surdo, eine große Basstrommel, die den Grundrhythmus vorgibt und deshalb die Spielgeschwindigkeit maßgeblich bestimmt. Die Caixa ist die brasilianische Variante der Marschtrommel bzw. Snare-Drum. Zusammen mit der Repinique und dem Tamborim, zwei weiteren kleinen Percussion-Trommeln, sorgt sie für den hellen Klangteppich, der die Surdo ergänzt und die Stücke akzentuiert. Dazu kommen Glocke und Rassel (Chocalho).

Spaß zu haben und ihn an ihr Publikum weiterzugeben, ist das erklärte Ziel für die Mitglieder der Sambawelle – und ein Fenster zum Karneval zu öffnen, wie Rémy De Souza sagt.

Ursprung

Der Musikstil Samba ist der berühmteste Ausdruck brasilianischer Kultur und wird meist mit den großen Karnevalsumzügen in Rio de Janeiro assoziiert. Dort entstand um 1920 auch die moderne Form des Sambas, der immer schon eine Fusion verschiedener Musiktraditionen war. Er ging unter anderem aus dem Choro hervor, einer Mischung populärer europäischer Musik (wie Polka und Walzer) und verschiedener traditioneller Musikstile afrikanischer Sklaven. Ebenfalls beeinflusst ist er durch den brasilianischen Tango Maxixe und den afrobrasilianischen Batuque, einen rituellen Tanz, der von Perkussionmusik begleitet wurde.

Brasilien ist das größte und mit über 200 Millionen Einwohner*innen das bevölkerungsreichste Land Südamerikas. In dem überwiegend christlichen Staat besteht eine starke soziale Ungleichheit und ein entsprechend unterschiedlicher Lebensstandard von Arm und Reich. Nach gut zwei Jahrzehnten der Militärdiktatur hat Brasilien 1985 zur Demokratie zurückgefunden. Diese wird allerdings durch ein großes Korruptionsproblem unterhöhlt.

Fotos: Felix Zimmermann
Video: Sebastian Vogt

Leitung

Sambawelle Bergedorf e.V.
Kursleitung: Susanne Witt

Kontakt via Kultur Palast Hamburg
Tel. 040-822 45 68 0
E-Mail: info@kph-hamburg.de

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